ETERNAL ROT ist eine äußerst extreme Metal-Band aus England und Polen. Ihr drittes Album „Moribound“ ist eine wahre Klangoffenbarung. Es ist zweifellos eines der härtesten und kompromisslosesten Alben, die in diesem Jahr gehört wurden. Die Gitarren erzeugen einen unglaublichen Klang. Die Einflüsse des Old-School Death Metal sind unverkennbar, doch die Riffs fühlen sich eher wie Presslufthammerschläge an. Die Gitarren und der Bass drücken schwer auf den Hörer herab. Dennoch sind sie nicht eindimensional und können von zerstörerischen Klängen zu rhythmischen Grooves wechseln, um dann in düstere Doom-Passagen überzugehen und schließlich einen klassischen Metal-Sound anzunehmen. Man kann sogar hier und da Synthesizer-Klänge vernehmen. Hierbei ist ein starker Doom-Metal Einfluss nicht zu leugnen und kommt dabei mit einer brachialen Produktion aus den Boxen, die dir so richdich die Brügel naußschmaßt!

Dass eine derart extreme Band auch noch eine beeindruckende Dynamik aufweisen kann, zeugt von der herausragenden Songwriting-Kunst von ETERNAL ROT. Es gibt keine Intros, Zwischenspiele oder Abschlusstracks. Stattdessen bietet das Album sechs kompromisslose Death/Doom-Stücke. Die Vocals sind schwer zu beschreiben, aber sie erzeugen eine beklemmende Atmosphäre, die einen das Blut in den Adern gefrieren lässt. Sie passen perfekt zu der düsteren und intensiven Musik.

„Moribound“ ist kein Album, das seine Extreme einfach nur zur Schau stellt. Es verbindet geschickt seine extreme Seite mit intelligentem Songwriting. Der Opener „Summoned from Moribund Delusions“ beginnt mit Schlagzeugparts, die an Hard Rock erinnern, bevor Gitarren und Vocals einsetzen. Die Drums haben eine kraftvolle Präsenz, jeder Schlag betont die Musik. Nach einem mittelschnellen Groove beeindrucken vor allem die stonerdoomartigen Riffs in der zweiten Hälfte des Songs. Rhythmische, abgehackte Riffs leiten den Song zum Ende, während Growls dazwischen hervorbrechen. Die abschließenden Growls erzeugen eine gewaltige Wirkung.

Auch „Swollen Corpse Adoration“ besticht mit einem kurzen, aber intensiven Gitarrensolo zu Beginn. Der Groove in der ersten Hälfte des Songs ist ansteckend wie ein Zombiebiss. Der mittlere Teil bietet eine wahre Schlagzeuggewitter aus musikalischen Hieben. ETERNAL ROT beherrschen Riffs und Schlagzeugmuster, die für eine derart extreme Band untypisch sind, auf beeindruckende Weise. „Lurker in the Morgue“ erzeugt eine apokalyptische Atmosphäre und bietet zugleich tiefgründige und dreckige Grooves. Die Riffs erinnern manchmal an die eingängigen Klänge der letzten Alben einer bekannten Metal-Band, sind jedoch schwer genug, um den Nacken zu brechen.

Fazit 8 von 10: „Moribound“ von ETERNAL ROT ist ein Album, das die Grenzen des Extreme Metal sprengt und mit seiner Vielschichtigkeit lange anhaltenden Eindruck hinterlässt. Lediglich der Dooomige Einschlag wird manchmal Zäh wie Kaugummi.

 

Anmerkung: Dieser Artikel stammt aus den persönlichen Archiven des Redakteurs und wurde für Sonic Realms neuaufbereitet. 

 

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