Vor nicht allzu langer Zeit habe ich Euch an dieser Stelle mit „Cacophony Of Souls“ das neue Album von DAVID REECE vorgestellt. Diesmal ist der Wahl-Italiener allerdings auf dem Solo-Debüt des TIGHT-Gitarristen STEPHAN GEORG zu hören. Wirklich neu dürften die Songs für die Kenner seiner Stammband allerdings nicht sein, denn schließlich handelt es sich ausnahmslos um Material, das er schon mal mit TIGHT aufgenommen hat. Diese Tatsache sollte aber eine ‚Lauschangriff‘-Berechtigung von „And Again Everything Is Possible“ keinesfalls in Frage stellen.

Wie bereits auf dem letzten TIGHT-Album „Meant To Be“, das 2018 mit Sängerin Claudia Puhl aufgenommen wurde, erfährt auch auf „And Again Everything Is Possible“ eine erlesene Auswahl an Songs aus den ersten fünf Studioalben der Kölner eine erfrischende Wiedergeburt. Erstes erfreuliches Faktum: Es gibt keine einzige Überschneidung in der Setlist beider Alben. Des Weiteren kommt das Potenzial, das die Songs in ihren Originalfassungen stellenweise schon erahnen ließen, durch die kraftvolle und bluesgetränkte Stimme von DAVID REECE nun vollends zur Entfaltung. Nummern wie z. B. der treibend-verspielte Opener „Night City“ und der melodisch-lässige Midtempo-Rocker „Out Of Sight“, der u. a. mit einem sehr eingängigen Refrain besticht, oder die Party-Hymne „All Night Long“, klingen fast so als wären die Originalfassungen seinerzeit schon DAVID REECE auf dem Leib geschrieben worden. Auf der anderen Seite gibt es aber mit „Electric Eyes“ und „Land Of A Broken Dreams“ auch Songs, denen man etwas Zeit geben muss, bis sie wirklich zünden und den Zuhörer letztendlich überzeugen. Da es sich bei „And Again Everything Is Possible“ quasi um ein Solowerk eines Gitarristen handelt, ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass das Gitarrenspiel neben dem großartigen Gesang im Vordergrund steht. Aber keine Angst, STEPHAN GEORG gibt mitnichten selbstverliebtes Gefrickle und endlos lange Solo-Orgien von sich, sondern setzt mit seinem spritzig-variablem Gitarrenspiel äußerst gekonnt songdienliche Akzente. Als weitere musikalische Mitstreiter sind u. a. Bassist Oliver Scholz, der Ende der 80er mit VAMP das Debüt „The Rich Don’t Rock“ veröffentlicht hat und damit eine wahre Party Rock-Perle geschaffen hat, sowie RA-Schlagzeuger/ Sänger Carsten Drexler mit an Bord.

(Tight Records, VÖ 01.04.2020)

Fazit: Ich bin ja normalerweise kein großer Fan der Wiederverwertung alter Songs, aber im Falle „And Again Everything Is Possible“ muss ich gestehen, dass es absolut Sinn gemacht hat, diese Nummern mit einem erstklassigen Sänger neuaufzunehmen, denn jetzt erstrahlt das Material in einem Licht, das ihm von jeher gebührt. Wer auf ehrlichen und erdigen Heavy Rock der klassischen Art steht, sollte das Album unbedingt mal antesten.

Die Wertung

Gesamt: 7/10

Mehr zu STEPHAN GEORG im Netz:

STEPHAN GEORG – Die offizielle Website:
http://stephan-georg.com

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https://www.facebook.com/StephanGeorgGuitar

STEPHAN GEORG bei bandcamp anhören:
https://stephangeorg.bandcamp.com

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