Speed Limit ist eine Legende in der österreichischen Heavy-Metal- und Hard-Rock-Szene. Schon in den 80er Jahren waren sie unaufhaltsam auf dem Weg nach oben. Ihr zweites Studioalbum, Prophecy, katapultierte sie zu europaweitem Ruhm. Fernsehauftritte und Konzerte mit Größen wie U.D.O. und Uriah Heep stärkten nicht nur ihren Ruf, sondern standen schlichtweg an der Tagesordnung. Die Anerkennung von Metalfans und Medien war ihnen sicher.

1990 erklärte das Magazin Rennbahn Express sie für ihr Album Prophecy zum besten österreichischen Act. In der Jury saßen damals Größen wie Gene Simmons von Kiss und Bruce Dickinson von Iron Maiden. Doch nach der Veröffentlichung ihres Albums Perfect Inspiration löste sich Speed Limit auf – nur um im Jahr 2010 mit Moneyshot ein fulminantes Comeback zu feiern. Dieses Album führte sie in die Top 30 der deutschen Metal- und Rock-Charts, ein Erfolg, den sie mit ihrem neuesten Werk, Cut A Long Story Short, welches bei NRT-Records erschienen ist, wiederholen konnten.

Insbesondere die Single Hit The Wall trug dazu bei, dass sie über acht Wochen hinweg in den Top 10 der deutschen Metal- und Rock-Charts verweilten und sogar in die Top 10 der Amazon Sales Charts aufstiegen. Im November werden sie gemeinsam mit U.D.O. die Wildstyle Tattoo Messe in Salzburg rocken.

Es ist also höchste Zeit, sich dem neuen Album Cut A Long Story Short Track für Track zu widmen.

 

Shine Brighter Than The Sun:

Das Eröffnungsstück des Albums wurde hauptsächlich von Joe Eder (Gitarrist) geschrieben und bietet eine bombastische Twin-Lead-Intro, bevor es mit einem galoppierenden Riff startet. Während des Songs tauchen Zitate von Winston Churchill (Blut – Mühe – Tränen und Schweiß) auf, begleitet von einem leisen Mitsing-Refrain. Die Grundbotschaft des Songs ist: Steh auf, kämpfe gegen die Mittelmäßigkeit, werde aktiv und verfalle nicht der Lethargie, die die Anforderungen des Lebens mit sich bringen – streng dich an und strebe danach, heller als die Sonne zu strahlen.

New Horizon:

Das Highlight dieses Liedes ist ein intensives, klassisches Heavy-Gitarren-Riff, das sich zwischen dem mächtigen Refrain und den zwei unterschiedlichen, eher entspannten Strophen wiederholt. Chris Angerer (Gitarrist) liebt den Stil, großartige Melodien mit einer Vielzahl von schweren und sauberen Gitarren zu kombinieren. Der Song handelt von dem tiefen euphorischen Gefühl, eine fast aussichtslose Situation in ein positives Ende zu verwandeln. Dazu gibt es ein Musikvideo (zweite Single) mit Aufnahmen von Dublin bis Dover und der Band, die in einer Schulsportanlage rockt. Diese Veröffentlichung ist jedoch noch nicht in Sicht, strahlt jedoch schon am Horizont 🙂

Eye on You:

Ein Mid-Tempo-Gitarrenriff von dunkler Intensität, unterstützt durch eine pumpende Basslinie und geradlinig groovende Drums, führen in einen feinen, melodischen Refrain. Doch es wäre nicht Chris Angerer, (Gitarrist), wenn es nicht einen Zwischenteil gäbe, der Halbzeit-Drums mit einem atemberaubenden knusprigen Gitarrenthema und sehr emotionalen Gesang hinzufügt. Der Text erzeugt mehr Bilder im Kopf, als dass er eine wirkliche Geschichte erzählt.

Notorious:

Das Lied handelt von den unglaublich dummen, intoleranten und boshaften Menschen auf der ganzen Welt, insbesondere aber von denen in deiner Nachbarschaft. Wenn du in irgendeiner Weise anders bist, wirst du oft aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Chris Angerer, (Gitarrist) integriert modernes Metal-Riffing mit einem polyphonen Refrain und endet mit einem langen, Maiden-ähnlichen Twin-Gitarren-Lead, während der kraftvolle Bass und die Drums einen Sturm entfachen.

Destiny´s Calling:

Man könnte sagen, dass es sich um eine typische Idee von Chris Pawlak handelt, einen old-school Hair-Metal-Refrain und eine melodische Steigerung zu erstellen. Üblicherweise zerbrechen sich Joe Eder – (Gitarrist) und Chris Pawlak (Bassist) den Kopf, um diese Ideen musikalisch umzusetzen, während Joe auch passende Texte liefert. Es erzählt die Geschichte eines Mannes, der am Boden liegt, aber wieder den Kopf erhebt. Nicht gerade ein Allheilmittel, aber ein Lied voller Hoffnung, das einen Silberstreif am Horizont eines bewölkten Himmels zeichnet. Das Intro, gespielt von Joe und Chris Angerer (Gitarrist), unterstreicht das Haupt-Solo perfekt.

The Wind Blew In A Memory:

Dies ist ein etwas außergewöhnlicher Song im Vergleich zum Rest des Albums, beeinflusst von Gitarrist Joe`s  Vorliebe für dramatischen Kitsch. Er beginnt wie eine Ballade, entwickelt sich aber zu einem epischen, 7-minütigen Ungetüm mit Chorgesang und einem feurigen Gitarrensolo im Zwischenspiel. Hannes Vordermayer (Leadgesang und Drums) bekommt die Gelegenheit, sein Talent als Balladensänger unter Beweis zu stellen. Es ist ein Lied über eine längst vergangene Liebe, deren Erinnerung an einem milden Mittsommernacht durch die Balkontür hereingeweht kommt.

Hit The Wall:

 

Die erste Single aus dem Album „Cut a Long Story Short“ liefert einen eingängigen Refrain, der sich nach einem breiten Cinemascope-Intro und einem treibenden Gitarrenriff entwickelt. Es erzählt eine wahre Geschichte von unendlicher Hingabe und unermüdlichem Einsatz. Es zeigt das beeindruckende Schlagzeugspiel und die herzergreifenden Vocals von Hannes Vordemayer und einen furiosen Mitsing-Schluss. Wieder ein Lied, das auf einer instrumentalen Idee von Chris Pawlak (Bassist) basiert, ergänzt durch Teile und Texte von Joe (Eder, Gitarrist). Im finalen Akkord kann man ein Klavier-Sample von Beatles‘ „A Day In A Life“ hören. Achten Sie auf das Musikvideo zu diesem Song, das auf der Salzburger Festspielbühne in Hallein unter der Regie von Walter Fanning gedreht wurde.

Sweet Morphine:

Eine Live-Performance eines Songs vom letzten Album „Anywhere We Dare“, aufgenommen am 27. August 2021 in Seeham, Österreich. Auf YouTube gibt es Live-Video-Clips dieser Live-Bonustracks, die zusammen mit der Single „Hit The Wall“ veröffentlicht wurden, wo man die Energie eines Speed Limit Live-Auftritts spüren kann.

Retired Hero:

Wieder eine Live-Performance eines Songs vom letzten Album „Anywhere We Dare“, aufgenommen bei besagtem Gig in Seeham, Österreich. Sie zeigt auch die harte Arbeit von Hannes Vordermayer als singendem Drummer. Bei dieser Gelegenheit hatte Hannes morgens einen Unfall und musste die Show mit einem Augenverband spielen. Auch in dem Video-Clip auf YouTube dokumentiert.

Ways & Means:

Ein weiterer Bonustrack, diesmal jedoch eine Studio-Outtake aus dem Jahr 2019. Zu Beginn der Vorproduktion des neuen Albums begab sich Speed Limit auf eine kurze Jubiläumstour durch Österreich, um das 35-jährige Bestehen zu feiern. Dieser von Joe Eder (Gitarrist) geschriebene Song wurde mit einem Videoclip auf YouTube veröffentlicht, um die Wartezeit auf ein neues Album zu verkürzen. Die Live-Aufnahmen in diesem Clip stammen von der letzten Show dieser Tour im Rockhouse Salzburg im Dezember 2019, bevor die große Pandemie alle Live- und Studio.

 

Die Speedy’s sind in Topform:

Was Speed Limit auf ihrem neuen Longplayer Cut A Long Story Short präsentieren, ist schlichtweg nichts anderes als fantastischer melodischer Heavy Metal, gekreuzt mit Hard Rock und diversen Spielarten. Es klingt so, als hätten Iron Maiden, Kiss, Mötley Crüe oder auch Twisted Sister ihre Musiker zusammengewürfelt und hier ein Album präsentiert, welches absolut phänomenal ist und jedem Liebhaber des traditionellen Heavy Metal und Hard Rock begeistern wird. Die Songs sind in ihrer Variation sehr stark und sorgen dafür, dass das Publikum niemals den Spaß an dieser Platte verliert. Aufgebaut auf einem soliden Fundament aus treibenden Drums, die den Zuhörer direkt mitreißen, und dem voluminösen Bassspiel von Chris Pawlak, sind die beiden Gitarren-Helden Chris Angerer und Joe Eder einfach der absolute Wahnsinn und behandeln ihre sechssaitigen Ladies on Fire mit Präzision und Gefühl. Sie werden quasi eins mit ihren Instrumenten, und Speed Limit setzt in verschiedenen Stilrichtungen und Tempi ein Denkmal. Ein Tribut an die Vergangenheit, der trotz aller Nostalgie zeitlos und frisch aus der Anlage kommt. Das Sahnehäubchen setzt dann auch noch der fabelhafte Gesang von Hannes Vordermayer auf! Dieser Mann reicht mit seiner stimmlichen Qualität an eine Mischung aus Dee Snider und Vince Neil heran. Fantastischer Heavy Metal, harmonischer Melodic Metal und ehrlicher Hard Rock.

Die Wertung:

  • Songwriting: 8 von 10 Punkten
  • Komposition: 9 von 10 Punkten
  • Musikalische Leistung: 9 von 10 Punkten
  • Produktion: 8 von 10 Punkten
  • Gesamtwertung: 8,5 von 10 Punkten

Fazit:

Das neue Album „Cut A Long Story Short“ der österreichischen Rock-Ikonen Speed Limit bestätigt deren legendären Status in der Heavy-Metal- und Hard-Rock-Szene. Mit einer stilistischen Variation, die doch ineinandergreift und einen roten Faden zulässt, bietet das Album eine hochkarätige Sammlung an Tracks, die von furiosen Riffs bis zu bewegenden Balladen reichen. Besonders die Single „Hit The Wall“ hat das Potenzial, ein echter Klassiker zu werden. Ein starkes Album, das zeigt, dass die Band auch nach Jahrzehnten noch immer zur Elite gehört.

Mehr zu Speed Limit im Netz:

Speed Limit – Die offizielle Webseite:
https://speedlimit.at

Speed Limit bei Facebook:
https://www.facebook.com/profile.php?id=100063596767127

Speed Limit bei Spotify anhören:
https://open.spotify.com/artist/5XUra2fEohvIle8Gp5VAtN

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