ANDREW CANE & BAND – 1996 – Live At The Slaughterhouse: woCANE draufsteht, ist CANE drin – und somit auch Qualität! (Audio & Video) [ Hard Rock | Rock ]

Kurz vor dem Jahresende ist mir doch tatsächlich noch ein richtiges Schmankerl ins Haus geflattert. Es handelt sich dabei um die erste Produktion der Münchner Rockband MATA HARI, die damals Aufgrund von Business-Gründen – auf die ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen möchte – leider nie erschienen ist. Den Insidern der Münchner Musikszene dürfte die einstige Band um die Geschwister Claudia (Gesang/ Songwriting) und Andrew Cane (Gitarre/ Keyboards/ Songwriting) sicherlich bestens bekannt sein. Damals außerdem noch mit von der Partie: Bass-Urvieh Holger Schulten und Schlagzeuger Harry Bischof. Kaum sind 23 Jahre ins Land gezogen, kommt die EP, die seinerzeit unter der Regie von Chris Lausmann (ex-BONFIRE/ ex-FRONTLINE) bei einem Live-Gig im Schlachthof/ München aufgenommen wurde, nun unter dem Banner ANDREW CANE & BAND überraschend und unverhofft doch noch zu Veröffentlichungsehren.

Eröffnet wird „1996 – Live At The Slaughterhouse“ von „Dancing Queen“, einem hochkarätigen Tanzbodenstampfer, den CLAUDIA CANE vor gut zwei Jahren für ihr Album „Friends“ neu aufgenommen hat. Das Original knallt zwar im direkten Vergleich mit einer unfassbaren Urgewalt aus den Boxen, aber andererseits verdeutlicht besagte Neuaufnahme, dass CLAUDIA CANE über all die Jahre rein gar nichts an ihren stimmlichen Qualitäten eingebüßt hat und dass es ihr verdammt gut gelungen ist, das Live-Feeling auch im Studio zu verbreiten. Etwas anders verhält es sich allerdings mit der großartigen Power-Ballade „Run But Creep“ und dem lässigen „Jesus Was A Woman“, das lässig funky im Reggae-Beat vor sich hergroovt. Zwar wurden auch diese beiden Songs bereits veröffentlicht – so geschehen 2010 auf „Come Closer“ von CLAUDIA CANE – aber mit dem feinen Unterschied, dass dieses Album bereits im Jahr 2000 von Curt Cress und ANDREW CANE für einen Plattendeal mit EMI produziert wurde, doch damals unverständlicherweise nicht zur Veröffentlichung kam. Stellt man die hier vorliegenden ‚Schlachthof‘-Aufnahmen der sogenannten Major-Produktion direkt gegenüber, drängt sich unweigerlich die Frage auf: Welche Aufwertung hat das Song-Material im Endeffekt unter der Leitung von Produzenten-Ikone Curt Cress überhaupt erfahren? Meiner bescheidenen Meinung nach: keine wirklich deutlich Hörbare! – vielmehr hat er die Arbeit von ANDREW CANE ihres rauen Charmes und ihrer ungezügelten Explosivität beraubt. Gleiches gilt für das lässig schlendernde „Out Of Line“. Ich will an dieser Stelle aber auch keinesfalls den Eindruck erwecken, dass „Come Closer“ ein zahnloses oder gar schlechtes Album ist. – Ganz bestimmt nicht! Eher möchte ich damit verdeutlichen, welch imposantes ‚Juwel‘ mit „1996 – Live At The Slaughterhouse“ seit über zwei Jahrzehnten in den CANEschen Archiven geschlummert hat. Dies unterstreichen auch die beiden bisher unveröffentlichten Songs dieser EP mehr als eindrucksvoll. Zum einen die schwindelerregende und hitverdächtige Midtempo-Hymne „In Our Hearts“ und der endlos fetzige Rock’n’Roller „Naked“.


(PinkOrange Records, VÖ 06.12.2019)

1996 – Live At The Slaughterhouse“ ist nicht nur ein absolut begehrenswertes Objekt für ‚Jäger & Sammler‘, sondern auch für Leute, die auf ehrliche und handgemachte Rockmusik stehen. Ich wiederhole mich zwar äußerst ungern, aber ich will das Fazit, das ich vor ziemlich genau zwei Jahren bereits zu „Friends“ abgegeben habe, ebenfalls an dieser Stelle unbedingt zitieren: Wo CANE draufsteht, ist CANE drin – und somit auch Qualität!
Erhältlich ist die von Andrew Cane produzierte, sowie von Uli Eisner abgemischte und gemasterte EP bisher nur als Download über www.bandcamp.com (https://andrewcane.bandcamp.com/album/1996-live-at-the-slaughterhouse). Aber diese Tatsache sollte auch die ‚old school‘-Fraktion nicht davon abhalten, sich diese Veröffentlichung zuzulegen, denn auf dieser Plattform kann man zwischen den diversen Audio-Formaten (MP3 FLAC, ALAC, AAC, Ogg Vorbis, WAV and AIFF) wählen und erfüllt somit auch höchste Qualitätsansprüche an den Sound.

Die Wertung

Gesamt: 8,5/10

Mehr zu ANDREW CANE im Netz:

https://www.andrewcane.com

ANDREW CANE bei Facebook:
https://www.facebook.com/AndrewCaneMusic

ANDREW CANE bei bandcamp anhören:
https://andrewcane.bandcamp.com/album/1996-live-at-the-slaughterhouse

Nach oben scrollen