MARTY AND THE BAD PUNCH live im Kupferhaus/ Planegg 24.02.2024: ein wahrhaft legendärer Konzert-Abend (Audio & Video) [ Hard Rock | AOR | Melodic Rock ]

 

Es war an einem griabig’n Montagabend in der ‚Easy Monday – Radioshow‘ Anfang Februar 2020, also kurz vor der Pandemie, die dann für zwei Jahre so ziemlich fast jede kulturelle Live-Veranstaltung unmöglich machte, als der ‚Lauschangriff’ zu „Walk A Straight Line“, dem neuen Album von MARTY & THE BAD PUNCH auf dem Programm stand. Im Laufe des äußerst relaxten Gesprächs mit Songwriter und Gitarrist Marty Punch rund um seine neue Scheibe, kamen wir natürlich auch auf das Thema Konzerte zu sprechen. Damals war seine Antwort: „Ja, ich würde wahnsinnig gerne live spielen, aber nur wenn’s richtig gut und perfekt umgesetzt wird, und dazu braucht man eben Profis, was letzten Endes auch eine Budgetfrage ist. Mal sehen, was die Zukunft bringt!“ – Im Grunde genommen eine Antwort, wie ich sie von ihm als gewissenhaften und perfektionistisch veranlagten Menschen und Musiker nicht anders erwartet hatte. Nun, ziemlich genau vier Jahre später, war es dann am 24.02.2024 aber letztendlich doch so weit.

  Also machten sich DJane Maincoontiger und meine Wenigkeit zeitig auf den kurzen Weg nach Planegg, wo wir gegen 19:30 Uhr dann auch ‚frisch g’strieglt, g’schneizt und kammbed’ in einem bereits gut gefüllten Kupferhaus angekommen sind. Mit ein wenig Verspätung wurde der Rockabend von Richard Schaurich vom Kulturförderverein Würmtal e. V. und Schirmherr Herman Rarebell, der einstige Schlagzeuger der legendären SCORPIONS, gegen 20:15 Uhr offiziell eröffnet, bevor dann endlich auch der Opening-Act ALEX BENDER mit seiner Band loslegen durfte.

Obwohl wir beide im Grunde genommen musikalisch sehr ‚open minded‘ aufgestellt sind und auch immer ein Ohr für gepflegten Deutsch Rock haben, muss ich gestehen, dass wir uns bereits nach dem vierten oder fünften Song lieber wieder ins gemütliche Foyer zurückgezogen haben. Irgendwie war die komplette Performance viel zu unruhig und stilistisch zu launenhaft. Man konnte sich auch tatsächlich aus der Ferne nicht des Eindrucks erwehren, dass hier eine Band zugange ist, die einfach noch nicht ihren richtigen Weg gefunden hat. So scheint es nicht nur uns ergangen zu sein, sondern einigen anderen Besuchern auch, denn im Vorsaal ging’s zu diesem Moment für einen Rockabend schon ziemlich rege her. Erst als die Klänge von „Rock You Like Hurricane“ aus dem Konzertsaal erklangen, machten sich größtenteils auch die ‚abtrünnigen‘ Gäste wieder auf den Weg vor die Bühne. Denn zum Abschluss des Gigs von ALEX BENDER und seinen zugegebenermaßen recht engagierten Mitstreitern hat es sich Drummer-Ikone Herman Rarebell nicht nehmen lassen, sich selbst nochmal hinters Schlagzeug zu setzen, um mit den Youngstern diesen Welthit gemeinsam zu zocken. Auch von Martys Band gesellten sich – neben ihm selbst – u. a. Sänger Dan Byrne und Keyboarder Michele Luppi, der – wie man ja weiß – auch über eine großartige Stimme verfügt, zu diesem illustren und abschließenden Reigen dazu.

Quasi der perfekte Übergang zum fieberhaft herbeigesehnten Auftritt von MARTY & THE BAD PUNCH, der dann nach relativ kurzer und äußerst routinierter Umbaupause, endlich beginnen konnte. Allein schon das fabelhafte LineUp, das Marty Punsch mit Ausnahme-Gitarrist Frank Pané (BONFIRE/ SAINTED SINNERS), Tastenzauberer Michele Luppi (WHITESNAKE/ LOS ANGELES), Ian Edwards (Bass) und Session-Schlagzeuger Carsten Enghardt sowie Sänger Dan Byrne zusammengestellt hat, schraubte die Messlatte und die Erwartungen für diesen Abend in schwindelerregende Höhen, die es galt zu erfüllen. Doch bereits nach einem spannungsaufbauenden Intro ging es mit dem Eröffnungssong „The Time Is Now“, der übrigens auch der Opener des kommenden Albums sein wird, fulminant und vielversprechend los. Alle Musiker zeigen gleich von Beginn an, dass sie trotz der wenigen gemeinsamen Proben perfekt aufeinander abgestimmt sind und an diesem Abend nichts anbrennen lassen werden. Sänger Dan Byrne, hatte das komplette Publikum aufgrund seines kraftvoll-variablen Gesangs und seiner überaus sympathischen Art ziemlich schnell in seiner Hand. Frank Pané entlockte seiner McCarty Singlecut das erste fesselnde Gitarrensolo des Abends, Michele Luppi lies in gewohnt souveräner Manier die Finger über die Tasten flitzen und die Rhythmus-Fraktion mit Ian Edwards am Bass sowie Carsten Enghardt am Schlagzeug sorgten für mächtig Groove. Ein wahrlich abgezocktes LineUp in dem sich Bandleader und Rhythmusgitarrist Marty Punch vom ersten Augenblick an sichtlich wohlfühlte. Zwischendrin sprang noch Herman Rarebell kurz auf die Bühne, um Marty für den Auftritt alles Gute zu wünschen.

 Danach ging’s gleich weiter mit „Keep Pushin‘ On“, eine unglaublich treibende Nummer, die in wenigen ausgewählten Radio-Sendungen als exklusives Pre-Listening gesendet werden durfte (u. a. auch bei ‚Easy Monday ‘ und auch im ‚Rockjungle‘) und live extrem gut rübergekommen ist. Sprich, noch kraftvoller und spritziger als die eh schon sehr mitreißende Studioversion. Mit „Dream In The Dark“ folgte ein weiterer Song, der auf der kommenden Scheibe vertreten sein wird. Eine wahrlich spannende und abwechslungsreiche Nummer, die sich nach balladeskem Beginn zu einem kraftvollen Rocker entwickelt, der mich hier und da etwas an DEEP PURPLE erinnert. Garniert mit großartigen Back-Vocals von Michele Luppi und einen abermals packenden Gitarrenpart von Frank Pané, zeigt sich, dass Marty diesen Song seinem neuen Sänger nahezu meisterlich auf den Leib geschrieben hat. Selbiges darf man getrost auch von „Heart Attack“ behaupten, ein beinahe betörender Midtempo-Rocker, der mächtig neugierig auf das mittlerweile dritte Studioalbum von MARTY & THE BAD PUNCH macht. Zur Auflockerung zwischendurch präsentierte Dan Byrne mit dem ergreifenden „Hemispheres“ eine seiner eigenen Kompositionen. 

Mit „Walk A Straight Line“ und „My Demons“ haben es dann auch noch zwei Songs aus dem aktuellen Album in die Setlist geschafft, die beide – nicht zuletzt wegen dieser fantastischen Bandzusammenstellung und der grandiosen Gesangsleistung von Dan Byrne – deutlich härter rüberkamen als die bekannten Albumversionen. Zudem haben Frank Pané und Michele Luppi im Übergang zwischen den beiden Songs ein wahrlich atemberaubendes Gitarren-/ Keyboard-Solo abgefeuert. Mit ordentlich Feuer und Alarm ging es dann auch im folgenden „Don’t Bother Me“ weiter. Eine mächtig groovende Uptempo-Nummer, die den Eindruck unterstreicht, dass der Musiker und Songwriter mit dem kommenden Album im punkto Härte auf die beiden Vorgänger eine ordentliche Schippe draufgelegt hat. Jetzt war es dann auch an der Zeit für das bei Rock-Konzerten obligatorische Schlagzeug-Solo. Meistens sind ja derartige Einlagen als Zeitfüller verschrien, aber nicht so bei Carsten Enghardt, denn sein exzellentes Solo kam sehr durchdacht, nachhaltig und reizvoll rüber. Als weiteren Höhepunkt dieser ausgefeilten Setlist will ich an dieser Stelle noch die wunderschöne Ballade „Have Faith“ erwähnen, die Dan Byrne sehr gefühlvoll und durchdringend interpretiert hat. Kurz zuvor hat ein sichtlich gerührter Bandleader seine Band vorgestellt. Wer bis dahin noch nicht gespürt hat, dass auf der Bühne kein bunt zusammengewürfelter Haufen von großartigen und namhaften Musikern steht, sondern auch Freunde, die tatsächlich komplett auf der gleichen Wellenlänge liegen, dem dürfte allerspätestens jetzt der Knopf aufgegangen sein. 

Apropos, Knopf aufgegangen: Die anhaltenden ‚Marty, Marty‘-Rufe aus dem Publikum sowie seine aus tiefstem Herzen kommenden Worte an seine Mitmusiker und deren Reaktion, haben Marty Punch wohl nochmals einen richtigen Adrenalin-Schub verpasst – falls er den überhaupt noch gebraucht hat – aber irgendwie hatte es den Anschein gehabt, dass er sich noch einen Zacken gelöster über die Bühne bewegt. Ich glaube fast, ab diesem Zeitpunkt hätte Marty in dieser Nacht noch ewig weiterspielen können. Aber irgendwann musste ja auch mal das Ende dieser grandiosen Darbietung kommen, das mit einer frenetisch umgesetzten Version des DEEP PURPLE-Klassikers „Burn“ seinen krönenden Abschluss fand. Moment, Abschluss?!? Stimmt nicht ganz, denn nach den nimmermüden Zugabe-Aufforderungen hat Marty doch tatsächlich nochmals seine Band auf die Bühne zurückgeholt um erneut „Keep Pushin‘ On“ so richtig ausgelassen zu zocken.

 

Fazit: Ein absolut perfekter und richtig gelungener Rockabend. Einfach legendär!

Fotos © Andreas Wühr

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