Northern Krig – Mit „Worship Files For Anthropophagolagnia Predators“ ein absolut episches Black Metal EPOS mit Radition (Musikplaylist) [ Black Metal | Raw Black Metal ]

Mit Northern Krig gibt es keine Ausreden und keine Alibis. Worship Files For Anthropophagolagnia Predators ist kein „modernes“ Black-Metal-Album, das sich mit Fremd-Genres parfümiert – es ist ein kurzer, schneidender Bericht aus einem Raum ohne Licht. Knapp unter einer halben Stunde, aber dicht wie Ruß in der Lunge: roher norwegischer Black Metal, konsequent auf Aggression, Kälte und bedrückende Unmenschlichkeit getrimmt.

Riffs, die nicht unterhalten wollen

Northern Krig schreiben nicht für den Applaus. Das Riffing frisst sich in Wiederholung, variiert minimal, baut Sog statt Show. Viele Bands nennen das „tranceartig“ – hier ist es eher: unerbittlich. Das Album wirkt wie ein geschlossener Kreis, in dem jede Wendung nur dazu dient, die nächste Klinge sauberer anzusetzen. Kompositorisch sitzt das, weil die Band weiß, wann Monotonie hypnotisiert und wann ein kleiner Bruch alles wieder nach vorne kippt.

Copyright: Northern Krig gepostet mit freundlicher Genehmigung durch die Band

Gesang und Schlagzeug: Brachialität als Methodik

Die Vocals klingen nicht nach „Performance“, sondern nach Zustand: verhärtet, giftig, hoffnungslos. Das Schlagzeug ist überwiegend Blast-getrieben, aber mit genug Kontrolle, um Spannung zu lenken statt nur Tempo zu stapeln. Gerade diese Disziplin verhindert, dass die Platte in bloße Raserei zerfällt – sie bleibt eine gezielte Attacke.

Song-Deutung: zwei Stichwunden, die bleiben

„Torment And Sexual Annihilation“ funktioniert wie der erste Schlag: sofortige Eskalation, ohne Vorgeplänkel. Inhaltlich öffnet der Titel im Kontext des Albums einen Blick in Täter-Logik und Entmenschlichung – keine Erzählromantik, sondern die kalte Mechanik von Gewalt, die alles Menschliche auslöscht. Musikalisch spiegelt das die Band mit maximaler Verdichtung: Drums als Sturmfront, Gitarren als Sägeblatt, Vocals als säurehaltiger Nebel.

„Hunting A Nourishing Territory“ verschiebt die Perspektive Richtung Jagdtrieb und Revierdenken: der „Predator“ als Wesen, das Anspruch erhebt und sich an Kontrolle nährt. Das Stück trägt mehr „Präsenz“ in sich – kleine akustische Räume, subtile Effekte, ein Gefühl von Ritual statt bloßer Geschwindigkeit. Gerade dadurch wirkt es besonders bedrohlich: nicht nur Angriff, sondern Absicht.

Produktion als Waffe

Der Sound ist roh, ja – aber nicht zufällig. Das Sounddesign arbeitet wie eine Klammer um den Hals: Gitarren als frostige Wand, Drums als Dauerbeschuss, Bass als dunkler Druck darunter. Diese Art Produktion macht nichts „schön“, sie macht alles endgültig. Genau dadurch entsteht Räumlichkeit: nicht „HiFi“, sondern wie ein feuchter, hallender Kerker, in dem jedes Instrument nach Verwesung klingt, ohne im Matsch zu verschwinden.

Unsere Wertung:

 Songwriting: 8 von 10 Punkten
➤ Komposition: 9 von 10 Punkten
➤ Musikalische Fähigkeit: 10 von 10 Punkten
➤ Produktion: 8 von 10 Punkten

➤ Gesamtwertung: 8,5 von 10 Punkten

Unser Fazit:

Worship Files For Anthropophagolagnia Predators ist Black Metal ohne Maske: kurz, hart, kompromisslos, thematisch zutiefst unerquicklich – und genau deshalb authentisch. Wer „neue Wege“ sucht, ist hier falsch. Wer die alte Tugend will, dass Musik wie eine feindliche Umgebung klingt, bekommt hier eine Platte, die nicht gefallen will, sondern schneidet.

Mehr zu Northern Krig im Netz:

Northern Krig bei Instagram:
https://www.instagram.com/northern_krig_official/

Northern Krig bei Spotify anhören:
https://open.spotify.com/artist/5sRhuVJ6kXv07LY4QtfKFs

Northern Krig – CD Store:
https://coldnorthernbreeze.bigcartel.com/

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