Mr Buoyant: „Tell Me“ als Zündfunke zwischen Clubnacht und party (Musikvideos) [ Afrobeats | Afro-Fusion ]

Mr Buoyant steht exemplarisch für eine UK-Szene, in der Afrobeats längst nicht mehr nur Importware sind, sondern lokales Selbstbewusstsein entwickeln. Verwurzelt in afrikanischer Rhythmik und Afro-Fusion, aber mit Blick auf globale Pop-Mechanik, hat sich Mr Buoyant über konstante Releases, Radio-Support (inklusive BBC Introducing) und eine sichtbare Live-Präsenz in Position gebracht. Auftritte bei DJ-Formaten auf TikTok, Festival-Slots wie beim BBAM Festival (2024/2025) und Shows in Portsmouth – sogar im Umfeld von Shallipopi – wirken wie die praktische Schule: Publikum lesen, Groove halten, Hooks platzieren. Dazu kommt die Routine als On-Air-Persönlichkeit bei Voice FM. Das alles hört man: Hier arbeitet keiner am Debüt-Nerv, sondern an Reichweite.

Erlebt hier die Nummer „Signs“

„Tell Me“: Dunkel schimmernder Bounce, getragen von Stimme

„Tell Me“ startet nicht mit Sonnenschein, sondern mit einem Beat, der eher Nachtbus als Strandbar ist: mittleres Tempo, sauber eingerastete Percussion, dazu ein Synth-Bass, der im Sägezahn-Modus knurrt und dennoch kontrolliert bleibt. Über dieser Grundlage ziehen dunklere Synth-Flächen vorbei, die dem Arrangement eine urbane Kante geben, ohne den Dancefloor zu verraten. Das Sounddesign wirkt nicht überladen, sondern wie mit Lineal gezogen: Jede Spur hat Platz, jeder Akzent eine Funktion.

Der stärkste Magnet bleibt jedoch Mr Buoyant selbst. Seine Vocals liegen tief, geschmeidig und mit jener Selbstverständlichkeit im Mix, die Afrobeats häufig erst richtig „teuer“ klingen lässt. Inhaltlich spielt „Tell Me“ die Kontraste durch, statt sie auszudekorieren: harte Wochen, Druck von allen Seiten, das Gefühl, mit Verantwortung und Erwartung allein zu sein – und dann der Umschlag, wenn aus Mangel Bewegung wird. Der Text skizziert einen Weg vom Durchbeißen zur Befreiung, inklusive der Reibung mit falschen Freunden, dem Stolz aufs Weitermachen und einem religiös gefärbten Blick auf Fortschritt. Der Refrain rahmt das als Moment, in dem Bitten, Hoffnungen und „Zeichen“ plötzlich zusammenfallen. Kurze Sätze, klare Bilder: erst knapp am Boden, dann wieder Luft.

„I Got The Money“: Der Partyknopf wird gedrückt

Wenn „Tell Me“ noch mit Schatten arbeitet, schaltet „I Got The Money“ die Lichter an. Der Track setzt auf unmittelbare Körperlichkeit: federnde Drums, helle, leichtfüßige Synth-Motive und ein Groove, der weniger „mystisch“ als „Bar-um-zwei“ ist. Hier geht es um Präsenz, Status, Feiermodus – nicht als tiefenpsychologischer Vortrag, sondern als Soundtrack für den Moment, in dem die Nacht endlich losgeht.
Auch hier punktet Mr Buoyant mit dem, was viele Genre-Kollegen unterschätzen: Timing.

Mr Buoyant nun mit „I Got The Money“ erleben.

Er phrasiert so, dass jede Hook eine Rampe bekommt, und bleibt dabei angenehm unangestrengt. Die Produktion hält den Track bewusst schlank, damit der Rhythmus arbeiten kann. „I Got The Money“ ist kein Song, der lange erklärt – er setzt ein, nickt zweimal und steht schon mitten im Raum. Genau das macht ihn so brauchbar: DJ-freundlich, radiotauglich, ohne steril zu wirken.

„Who The Breeet“ (feat. Slim The Hit Maker): Bassdruck mit Hip-Hop-Attitüde

„Who The Breeet“ – teils auch als „WHO DE BREEET??“ gestylt – holt sich für den größeren Effekt einen zweiten Namen ins Boot: Slim The Hit Maker. Und ja, der Feature-Gast rechtfertigt den Titel. Der Track baut auf einem Bassfundament, das nicht nur pumpt, sondern schiebt. Darüber liegt ein Arrangement, das Leichtigkeit simuliert, während unten die Statik arbeitet: Kick und Low-End drücken, Percussion glitzert, kurze Synth-Hooks setzen Signale.

Spannend ist das Zusammenspiel der Stimmen. Mr Buoyant bringt den runden, souveränen Fluss; Slim The Hit Maker liefert die schärfere Kontur, die dem Song den Hip-Hop-Touch gibt, ohne Afrobeats zu verkleiden. Das Ergebnis wirkt wie ein Club-Tool mit klarer Dramaturgie: Einstieg, Aufbau, Call-and-Response, dann die Stelle, an der der Raum kollektiv reagiert. Kein komplexes Kunststück, sondern ein sauber konstruierter Hit-Mechanismus – und damit gefährlich effektiv.

Unser Fazit:

Mr Buoyant zeigt Format, nicht nur Flair

Mit „Signs“ „Tell Me“, „I Got The Money“ und „Who The Breeet“ legt Mr Buoyant drei Facetten auf den Tisch: düsteres Storytelling im Groove, direkte Party-Ökonomie und basslastige Club-Attacke mit Feature-Schärfe. Das verbindende Element ist nicht ein einzelner Trick, sondern professionelle Kontrolle: Stimme im Zentrum, Produktion mit Grip, Hooks mit Funktion. Wer nach UK-Afrofusion sucht, die sowohl Kultur als auch Pop versteht, bekommt hier ein Paket, das nicht um Aufmerksamkeit bittet, sondern sie einfordert.

Mehr zu Mr Bouyant im Netz:

Mr Buoyant bei Spotify anhören:
https://open.spotify.com/artist/15czyMuKJLAxppwXzlHTCS

Mr Buoyant bei Apple Music anhören:
https://music.apple.com/gb/artist/mr-buoyant

Mr Buoyant bei Tidal anhören:
https://tidal.com/artist/20196247/u

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