Old Ruins – Mount Arreat (Audio) [ Black Metal | Heavy Metal ]

Eine 10/10-Wertung und ein ausführlicher Konzertbericht von Gastautor Jürgen Kohlschmidt (und ein kurzes Intro von Frank).

Old Ruins – Mount Arreat: 10 Sterne für Diablo-Black-Metal

Cover Old Ruins Mount Arreat
Cover Old Ruins Mount Arreat

Seit 2019 zocken Old Ruins einen facettenreichen (Post-) Black Metal. Der Vierer entwickelt sich dabei stetig nach oben: Nach der Debüt-EP (2020) folgte 2023 das Debüt-Langeisen „Always Heading East“ – und jetzt legen sie mit „Mount Arreat“ nach. Wie gut das klingt, macht schon der Opener ‚Once There Was Light‘ klar:


„Die Track fungiert als Schlüssel, der das Album eröffnet. Ein Zusammenspiel aus Melancholie und Melodie.Und nachdem man den Song gehört hat, sollte man das Gefühl bekommen, dass jetzt nichts mehr so ist wie vorher“ – das sagen die Old Ruins selbst über ‚Once there was Llight‘. Thematisch kreist das Quartett um das Videospiel „Diablo“ – um Gefallen an dem abwechslungsreichen, druckvoll produziertem Album zu finden, muss man aber kein Gamer sein: Old Ruins liefern ein reifes Werk ab, dass den Fans von Arch Enemy oder Tribulation ein wahre Freude sein sollte. Fangerecht gibt es das auch als CD und in einem bunten Vinyl.

Live-Macht: Bericht aus dem Pit

Das Album ist nun schon ein paar Tage draußen und hat auch seine Feuertaufe bestanden. Das zeigt der begeisterte Bericht aus dem Pit von Jürgen Kohlschmidt:

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Wir schreiben September 2023 und befinden uns im “Vortex Surfer Musikclub“ in Siegen. Gerade findet eines der legendären Festivals der Facebook-Gruppe “Heavy Metal Fans“ statt. Die Location ist bestens gefüllt, als OLD RUINS die recht kleine Bühne betreten und herzlichst begrüßt werden, schließlich ist es die Release-Show für ihr großartiges Album “Always Heading East“.

Old Ruins - Mount Arreat

Stürzen wir uns nun in die Zukunft aus damaliger Sicht und betrachten den 11. und 12. September 2026: Im “Werkhof Hohenlimburg“ findet wieder ein Festival der bereits erwähnten Facebook-Gruppe statt, mittlerweile das achte. OLD RUINS stehen aber nicht auf der Liste der neun teilnehmenden Bands. Noch nicht. Wie es der Zufall so will, kann eine der angekündigten Bands nicht auftreten. Nun stehen sie da, die Veranstalter. Was tun, wenn man eine Absage erst Stunden vor dem eigentlichen Auftritt erhält? Sie machen das, was nur noch wenige Menschen hinbekommen: Sie kneifen die Arschbacken zusammen, fangen an zu telefonieren und schaffen es tatsächlich, eine spielbereite Band in unmittelbarer Nähe zu finden, die noch am selben Tag zur festgelegten Uhrzeit einspringen kann: es sind – ihr ahnt es sicher schon – OLD RUINS. Spontan sagte die Gelsenkirchener Black Metal-Band zu und erfreute das Publikum in höchstem Maße. Und das nur ein paar Tage vor der offiziellen Veröffentlichung am 18. September 2026 ihres aktuellen Longplayers “Mount Arreat“.

Das Gelsenkirchener Quartett hat sich Gedanken gemacht, wie man das (mir unbekannte) Online-Action-Rollenspiel “Diablo II“ gesanglich und musikalisch untermalen könnte. Die Darstellung der Kämpfe beinhaltet deutlich visualisierte Gewalt, dazu zählen unter anderem blutige Szenen und in drastischer Form überdies auch noch das Zerstückeln von Lebewesen. Mag man solche Gewaltszenen auch ablehnen, so passt OLD RUINS’ fantastischer Black Metal hervorragend als Begleitmusik zu dieser Art von “Spielen“. Christian Krajewski (Gesang und Leadgitarre) hat genau das richtige Organ, um die Texte in genau den richtigen Tonlagen an die Frau und den Mann zu bringen. Herrlich, wie hier gegrunzt, gekrächzt, geröchelt und gestöhnt wird, während man cleane Gesangsparts mit der Lupe … äh … einem Hörrohr suchen muss. Dank Ersin Kara (Rhythmusgitarre), Mike Gelnar (Schlagzeug) und Oliver Krajewski (Bass) wird der exaltierte Gesang ordentlich in acht aggressive, brachiale, düstere, dystopische und wutentbrannte Stücke verpackt, deren Titel vereinzelt für Ottonormalmetaller (mich eingeschlossen) keinen Sinn ergeben (‘Uileloscadh Mor‘ und ‘Nihlathak‘). Macht aber nichts, denn die bombastischen Songs lenken den Hörer komplett von normaler Hirntätigkeit ab. Ebenfalls erwähnenswert, die Ruhrpottler beschränken sich nicht ausschließlich auf das Genre Black Metal, ‘Call To Arms‘ könnte man beispielsweise getrost als normalen rifforientierten Heavy Metal bezeichnen.

Ach, und da wäre noch etwas: Die Jungs lassen sich nicht lumpen und verwöhnen ihre Fans (und jene, die es noch werden wollen) mit verschiedenen Tonträgerformaten: “Mount Arreat“ ist als CD sowie in fünf unterschiedlichen Vinyl-Varianten und als limitiertes Vinyl-Boxset erhältlich. Letzteres könnte allerdings wegen der herausragenden Aufmachung sowie der Limitierung schon vergriffen sein.

Christian, Ersin, Mike und Oliver zolle ich nicht nur wegen des exzellenten Albums, sondern auch gerade wegen ihres spontanen Auftritts im “Werkhof Hohenlimburg“ meine Hochachtung und schütte eine Armada von zehn Sternen aus. Mehr geht nicht.

Jürgen Kohlschmidt

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Fazit

Mit „Mount Arreat“ haben Old Ruins ein Album am Start, das zuhause über Kopfhörer genauso überzeugt wie im Club von der Bühne!

Wertung 10/10 !

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VISUAL CREDITS:
Band: Frank Stellmacher
Artwork & Logo: Timon Kokott
Live-Pics: Old Ruins
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Old Ruins im Web

Old Ruins 2026
Old Ruins 2026

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