Wenn No Clue auf „Unleashed“ eines klarstellen, dann das: Hier wird nicht nett angeklopft, hier wird die Tür aus den Angeln gehoben. Das klingt nach modernem Metal, aber ohne diese sterile „Preset-Parade“, bei der am Ende alles gleich glänzt. Stattdessen: ein Sound wie frisch geschärftes Werkzeug – und ja, manchmal fühlt sich das an wie ein Presslufthammer mit Taktgefühl. Die AI Videos mögen nicht jedermanns Sache sein, doch die Musik spricht für sich selbst. Denn was hier zählt, ist Wucht mit Kontur: Riffs, die nicht nur sägen, sondern erzählen, ein Bass, der nicht versteckt wird, und Drums, die im Midtempo so konsequent schieben, dass du unwillkürlich mit dem Kopf nickst – auch wenn du gerade eigentlich nur „kurz reinhören“ wolltest.
Mehr Groove als Getue
Das Sounddesign ist auffällig „heutig“, ohne nach seelenlosem Hochglanz zu schmecken: Die Gitarren sitzen razor-sharp im Mix, aber lassen Luft, damit die Hooks atmen können. Der Bass ist satt, präsent, oft sogar der heimliche Dirigent in den Strophen – während die Gitarren eher Akzente setzen, statt alles zuzukleistern. Und die Drums? Ordentlich, druckvoll, mit genau dem richtigen Punch, um Groove als Hauptargument zu verkaufen. Arrangement und Komposition wirken durchdacht, fließend, fast so, als hätten die Songs eine eigene Schwerkraft, die dich von Part zu Part zieht.
Fünf Songs, fünf Zustände
„Unleashed“ startet mit düsterer Akustik, als würde jemand im Halbdunkel den Sicherungskasten suchen – und findet dann den großen Schalter. Sobald das Arrangement umschwenkt, steht da griffiger, druckvoller Modern Metal mit modernem Soundbild. Inhaltlich ist das der Befreiungsschlag: raus aus dem inneren Käfig, rein in die kontrollierte Eskalation. Der Refrain ist stark und hitverdächtig, die Leads funkeln mit Fingerfertigkeit, ohne den Songfluss zu zerlegen.
„Ashes“ wirkt erst schleichend, dann baut ein Arp und komplexere Instrumentalisierung diese „gleich passiert was“-Spannung auf. Synthesizer-Elemente zieren das Arrangement wie kalte Neonröhren über einer brennenden Szene: Atmosphäre, aber nicht als Deko. Textlich geht es um das, was nach dem Einschlag bleibt – Asche, Erinnerung, Neustart mit Kratzern. Der Gesang pendelt zwischen sanft und energisch, der hymnische Refrain ist ein Ohrwurm, der unter die Haut geht, statt nur freundlich zu winken.
Gepostet auf Wunsch von Yellow Rhinestone Records
„Static Inside“ kommt melancholisch-finster rein: hallige Gitarren, beklemmende Stimmung, und ein progressives Drumspiel im gemäßigten Tempo, das die innere Unruhe nachzeichnet. Inhaltlich: Druck im Kopf, der sich nicht entladen darf, dieses permanente Knistern unter der Haut. Der Track bleibt sinistre, wird aber zunehmend druckvoll – kompositorisch astrein, treibend, ohne den Holzhammer rausholen zu müssen.
„Animal Logic“ packt dich am Kragen: ein fantastisch komponiertes Riff, später ein episches Solo, das nicht prahlt, sondern die Spannung auf den Punkt bringt. Thema: Instinkt, Urtrieb, „weniger denken, mehr handeln“. Druckvolle Rhythmusinstrumentalisierungen und Heavy-Rock-Attitüde inklusive, komplexe Riffs, Gesang auf Top-Niveau – das ist physisch, nicht nur laut.
„Overdrive“ ist das Finale im höheren Gang: Gitarrenwände mit klarer Genre-DNA (ja, da blitzen Vibes à la Static-X oder Korn durch), dazu eine Mischung aus Rap und Gesang, die sofort greift. Inhaltlich: Momentum, Vorwärtsdrang, keine Bremsen mehr. Perfekt komponiert, druckvolles Bassdrum-Arrangement, und genau der Song, bei dem man am Ende merkt: „Okay, ich hör’s doch nochmal.“
Unsere Wertung:
➤ Songwriting: 8 von 10 Punkten
➤ Komposition: 8 von 10 Punkten
➤ Musikalische Fähigkeit: 9 von 10 Punkten
➤ Produktion: 9 von 10 Punkten
➤ Gesamtwertung: 8 von 10 Punkten
Unser Fazit:
„Unleashed“ ist moderner Alternative-/Nu-Metal, der nicht über Effekte definiert wird, sondern über Substanz: Sounddesign mit Kante, Arrangements mit Flow, Kompositionen mit Haken. Eine EP, die hart trifft und trotzdem hängen bleibt – wie ein sauberer Schnitt, der erst später merkt, wie tief er war.
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