JBNG verbindet mit „Many Moons“ kräftigen Alternative Rock mit einer überraschenden Portion Fünfzigerjahre-Romantik. Hinter dem kanadischen Projekt steht Jaben John Groome, der am 6. März 2026 den Auftakt seines Veröffentlichungszyklus „Breathe“ vorlegte. Die Single handelt von einer Liebe, die auch nach schmerzhaften Veränderungen ihre Bedeutung behält. Statt sich für eine einheitliche Klangfarbe zu entscheiden, lässt Groome die verschiedenen musikalischen Zeiten regelrecht aufeinanderprallen.
Doo-Wop trifft auf die raue Seite des Grunge
Ein markanter Basslauf und geradlinige, lebendige Drums bilden das Fundament. Darüber legt sich Groomes rauer, stellenweise beinahe herausfordernder Gesang, dem helle, mehrstimmige Backgroundharmonien antworten. Diese erinnern an den Doo-Wop der Fünfzigerjahre, wirken zwischen den schmutzig verzerrten Gitarren aber keineswegs wie ein Fremdkörper. Gerade die Mischung aus vergleichsweise beschwingter Melodieführung und schwerem Gitarrensound besitzt einen eigenwilligen Reiz.
Die Arrangements lassen den Instrumenten immer wieder kurz Platz, bevor die nächste Verzerrungswelle einsetzt. Besonders der Bass gewinnt dabei ein ungewöhnlich deutliches Eigenleben. Dave Martone steuerte für den Song Gitarren und Bass bei, Matt Koopman spielte das Schlagzeug. Ihre präzise Arbeit sorgt dafür, dass die stilistischen Sprünge nicht auseinanderfallen. Produzent David Ziehr setzt die Aufnahme aus den Echoplant Studios druckvoll in Szene, wobei die dicht geschichteten Stimmen und Gitarren gelegentlich um denselben Raum kämpfen.
Ein Liebeslied über Verlust, Erinnerung und Akzeptanz
Inhaltlich steht keine unbeschwerte Romanze im Mittelpunkt. Groome beschreibt die Liebe als etwas, das Lebensphasen überdauert, selbst wenn eine Beziehung endet. Der Bezug auf wiederkehrende Mondzyklen macht Veränderung und Vergänglichkeit zum Grundgedanken des Stücks. Einzelne belegte Textpassagen schildern die Angst, einen geliebten Menschen zu verlieren, und das Gefühl, dabei den eigenen Halt einzubüßen. Zugleich klingt der Wunsch an, trotz allem nicht allein zu sein.
Die Retro-Gesänge erhalten dadurch eine zusätzliche Funktion: Sie verbinden die emotionale Gegenwart mit Kindheitserinnerungen, denn Groome führt die titelgebende Redewendung auch auf Lieder seines Vaters zurück. Der Song hält so zwei scheinbar gegensätzliche Empfindungen zusammen – das verzweifelte Festhalten und die Einsicht, dass Verlust Teil des Lebens ist.
Starke Ideen, manchmal zu dicht zusammengedrängt
Die größte Stärke von „Many Moons“ liegt im Wechselspiel der Klangfarben. Wo andere Grunge-Stücke ihre Wirkung vor allem aus gleichbleibender Schwere beziehen, setzt JBNG auf Kontraste, überraschende Gesangsharmonien und deutliche Dynamikwechsel. Allerdings folgt auf manche reizvolle, reduzierte Passage schon die nächste massive Gitarrenwand. Bei einer Laufzeit von gut drei Minuten hätten einige der ruhigeren Momente durchaus länger wirken dürfen.
Das schmälert die musikalische Qualität nur bedingt. Die Rhythmusgruppe spielt konzentriert, Martones Gitarrenarbeit besitzt Biss und Groome trifft mit seiner ungeschönten Stimme den emotionalen Kern. Nicht jede Wendung ist elegant, doch die Spannung zwischen Retro-Charme und Alternative-Rock-Härte bleibt bemerkenswert.
Unsere Wertung:
Unser Fazit:
Mit „Many Moons“ liefert JBNG eine facettenreiche Rocksingle, deren Reiz besonders aus dem Gegensatz zwischen Doo-Wop-Harmonien, druckvollem Bass und rauen Grunge-Gitarren entsteht. Der Text gewinnt durch den persönlichen Hintergrund an Gewicht, ohne den Song in eine schwermütige Ballade zu verwandeln. Die Produktion wirkt kraftvoll, bei den schnellen Wechseln aber stellenweise etwas überladen.
Ein überzeugender, unkonventioneller Auftakt für „Breathe“, der musikalische Erfahrung erkennen lässt und gerade durch seine kleinen Widerhaken im Gedächtnis bleibt.
Releaseinformationen
Interpret: JBNG
Veröffentlichung: „Many Moons“ (feat. Dave Martone)
Format: Digitale Single / 1 Titel
Veröffentlichungsdatum: 6. März 2026
Spielzeit: 3:11 Minuten
Genre: Alternative Rock | Grunge | Rock
Label: JBNG Music Ltd.
Projekt: „Breathe“
Titelliste – Many Moons
01. Many Moons (feat. Dave Martone) – 03:11
Mitwirkende und Produktion
Jaben John Groome: Gesang, Songwriting
Dave Martone: Gitarren, Bass
Matt Koopman: Schlagzeug
Produzent: David Ziehr
Aufnahme und Mix: Echoplant Studios, Coquitlam, British Columbia
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