Reaper’s Revenge – Neues Musikvideo „On The Run“: Über Heavy Metal der den Gehorsam verweigert (Musikvideo) [ Heavy Metal | Power Metal | Speed Metal ]

Der Fluchtplan beginnt mit einer unangenehmen Erkenntnis: Man hat selbst mitgemacht. Auf „On The Run“ lassen Reaper’s Revenge ihren Erzähler die eigene Beteiligung an einem System aus Lügen und Anpassung erkennen. Die neue Zwei-Track-Single der Amberger Heavy-Metal-Band erscheint pünktlich zu Halloween heute den 30. Oktober 2026 über NRT-Records. Während das Titelstück den Ausbruch aus fremdbestimmten Verhältnissen beschreibt, verlagert „Nightmare“ den Konflikt in den eigenen Kopf. Zum Titeltrack veröffentlicht das Quartett außerdem ein Musikvideo, das Aufnahmen mehrerer Konzerte verbindet.

Reaper’s Revenge – „On The Run“: Das offizielle Musikvideo zeigt die Band bei mehreren Konzertauftritten.

Der Erzähler gehört selbst zu den Mitläufern

Hohle Lehren, Täuschung und die Aufforderung, seine Rolle zu spielen: Die Verhältnisse in „On The Run“ wirken festgefahren. Der Text zeichnet eine Umgebung, in der Zustimmung zur Gewohnheit geworden ist und das Gewissen unter Druck gerät. Die Zeit läuft ab, während die Beteiligten weiter auf einen Zustand zusteuern, dessen Verfall längst erkennbar ist.

Die Rede von Lügen und Gleichgültigkeit bleibt dabei allgemein. Konkreter wird der Song dort, wo sich der Erzähler selbst einbezieht. Im gemeinsamen Einverständnis liegt auch eine gemeinsame Verantwortung. Diese Perspektive gibt der Anklage einen zweiten Adressaten: denjenigen, der lange genug zugesehen und mitgespielt hat.

Der Ausweg hat ein Ablaufdatum

Mit „But not this time“ setzt der Text einen Einschnitt. Der Erzähler kündigt das Einverständnis auf und will sich von Bindungen lösen, die er nie selbst gewählt hat. Dabei bleibt die Dringlichkeit bestehen: Auch das Tor, durch das die Flucht gelingen soll, wird sich wieder schließen.

Der Aufbruch lässt sich so als Versuch lesen, die eigene Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen. Ein fertiges politisches Programm liefert der Song dazu nicht. Sein Thema ist der Moment, in dem jemand erkennt, dass weiteres Mitmachen ebenfalls eine Entscheidung wäre.

„Nightmare“ kennt den Weg nach draußen noch nicht

Der zweite Titel verschiebt diesen Gedanken in eine persönliche Ausnahmesituation. In „Nightmare“ sitzt der Erzähler in seinen eigenen Gedanken fest. Schmerz, Dunkelheit und das Gefühl, innerlich auseinanderzubrechen, bestimmen seine Wahrnehmung. Der Zugang zu allem Guten scheint versperrt.

Die wiederkehrenden Hilferufe geben dem Text seine Richtung. Jemand soll diesen Zustand unterbrechen und den Erzähler daraus befreien. Eine Auflösung bleibt aus. Wo „On The Run“ den Entschluss zum Aufbruch formuliert, hält „Nightmare“ das Erleben fest, keinen erreichbaren Ausweg zu sehen. So stehen auf der Single zwei unterschiedliche Stadien derselben Sehnsucht nebeneinander: sich aus bedrückenden Verhältnissen lösen zu können.

Das Video führt auf die Konzertbühne

Die Bilder zum Titeltrack rücken die Band selbst ins Zentrum. Für das Musikvideo wurden überwiegend Aufnahmen vom Pure Fucking Metal Festevil verwendet, die IridumStreams gefilmt haben. Hinzu kommen Konzertbilder von Headbangers Birth und der Metal Night Grüna.

Das Material stammt von IridumStreams und Jessica Steidl; die Bearbeitung übernahm Benedikt Bockisch. Der Clip dokumentiert damit mehrere Auftritte der aktuellen Viererbesetzung. Die Geschichte des Songs erhält ihren visuellen Rahmen durch die Bühnenarbeit der Musiker.

Reapers Revenge Foto von Benedikt und Sebastian Bockisch

Drei Alben und ein Wechsel ans Mikrofon

Reaper’s Revenge wurden 2013 im oberpfälzischen Amberg gegründet. Ihr musikalischer Hintergrund liegt im traditionellen Heavy Metal, ergänzt um melodische Power-Metal-Einflüsse und eine Thrash-Metal-Kante. Die Band schreibt und produziert ihre Musik selbst. Gesellschaftliche Fragen und persönliche Konflikte gehören seit ihren frühen Veröffentlichungen zum Themenfeld.

Auf das Debüt „Wall Of Fear And Darkness“ von 2014 folgten „Virtual Impulse“ im Jahr 2018 und „Versus“ im Jahr 2021. Zu den Live-Referenzen zählen Konzerte mit Axxis, Majesty und Ambush. Im November 2024 stand die Band mit Mystic Prophecy und Iron Savior im VAZ Burglengenfeld auf der Bühne.

Eine wesentliche Veränderung hatte zuvor der Abschied von Sänger Christian Bösl ausgelöst. Gitarrist Christopher „Flex“ Knauer übernahm zusätzlich den Leadgesang. Mit Gitarrist Hermann Weiß, Bassist Christian Oppel und Schlagzeuger Thomas Seiferlein arbeitet die Band seither als Quartett.

Reaper’s Revenge – Fotocopyright: Sebastian Und Benedikt Bockisch

Von „Fire Force Devil“ zu „Taken By Night“

Im Januar 2025 unterzeichneten Reaper’s Revenge bei NRT-Records. Die EP „Fire Force Devil“ vom 15. August 2025 enthielt erstmals neues Studiomaterial mit Knauer als Leadsänger. Die zuvor veröffentlichte Videosingle „Wisdom Drug“ gehörte ebenso dazu wie der Titeltrack und „Faults Proceeding“. Desinformation, ökologische Verantwortungslosigkeit und der mögliche Kontrollverlust über künstliche Intelligenz lieferten die inhaltlichen Bezugspunkte.

Am 13. Februar 2026 folgte die Drei-Track-EP „Taken By Night“. Mit „Future’s Gold“, dem Titelstück und „Starborn“ beschäftigte sich die Band mit technischem Fortschritt, Sterblichkeit sowie wissenschaftlichen und religiösen Vorstellungen über die Entstehung der Existenz. Eine erweiterte Bandcamp-Ausgabe erschien am 24. Juli 2026.

Auch die Konzerte liefen weiter: Zum Livejahr 2026 gehörte unter anderem das Metal United Fest in Obertraubling. Die neue Single setzt die Folge kürzerer Veröffentlichungen fort. Einen Blick auf die vorherige EP bietet das Musikvideo zu „Taken By Night“:

Reaper’s Revenge – „Taken By Night“: Das Musikvideo zum Titelstück der vorangegangenen EP.

Mehr zu Reaper’s Revenge im Netz

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