LXD – Paradise (EP): exzellent und raffiniert umgesetzte Coverversionen (Audio) [ Hard Rock | Rock | Singer & Songwriter ]

Es kommt ja eher selten vor, dass ich mich hinsetze und eine Besprechung für sogenannte 3- oder 4-Track-EPs schreibe, um diese dann auch noch im ‚Lauschangriff’ von Easy Monday ausführlich vorzustellen. Aber die vorliegende Veröffentlichung „Paradise“ nötigt mich mal wieder zu diesem ungewöhnlichen Schritt.

Hört hier die EP „Paradise“ von LXD an.

Drei Coverversionen, aber kein bloßes Nachspielen

LXD ist sozusagen das Solo-Projekt von Grap!-Frontmann Alex Dechert, mit dem er mehr oder weniger bekannte Songs von allseits bekannten Stars verschiedener Genres auf seine ganz eigene und unverkennbare Art interpretiert. Auf „Paradise“ hat er sich folgende drei Songs vorgenommen: Mit dem Titeltrack und zugleich der Eröffnungsnummer, einem Song von Bruce Springsteen aus dessen 12. Studioalbum „The Rising“ von 2002, zeigt LXD, welches ungeahnte Hard-Rock-Potenzial in dessen Original eigentlich steckt. Trotzdem hat er „Paradise“ nicht seines außergewöhnlichen Tiefgangs beraubt. Nein, im Gegenteil: Er hat ihn gar noch intensiviert, ähnlich wie es Disturbed im Winter 2015 mit ihrer unvergleichlichen Interpretation des Simon & Garfunkel-Klassikers „The Sound Of Silence“ gelungen ist.

Springsteen, Dylan und R.E.M. im Rockmodus

Außerdem hat er der ruhigen Folk-Nummer „Girl From The North Country“ von 1963 von Meister Bob Dylan geschickt eine richtig treibend-rockige Attitüde eingehaucht. Hierbei haben unter anderem die Gitarrenparts, die sein Grap!-Kumpel Tom Richter beigesteuert hat, einen nicht zu unterschätzenden Anteil. Brillant hat er auch den R.E.M.-Hit „The One I Love“ in Szene gesetzt. Aus einer eher extrem langweiligen Nummer, was so ganz nebenbei die Frage aufwirft, ob es überhaupt richtig spannende Songs von den amerikanischen Alternative-Rockern um Sänger und Songwriter Michael Stipe gibt, hat er mit Unterstützung von BC Sleaze von Shameless und Grap! an den Gitarren und den Tasten einen richtig lebendigen Rocksong gemacht.

Sounddesign mit Druck und Gefühl

Gerade hier zeigt sich, dass LXD nicht einfach nur fremdes Material durch den eigenen Verstärker jagt. Die Kompositionen werden ernst genommen, aber nicht ehrfürchtig konserviert. Das Sounddesign sitzt satt, die Gitarren haben Druck, die Arrangements greifen und die musikalische Fähigkeit aller Beteiligten sorgt dafür, dass diese EP nicht wie eine Fingerübung klingt, sondern wie ein kleines Statement. Da wird nicht nur gecovert, da wird freigelegt, umgebaut und mit hörbarer Spielfreude neu zusammengesetzt.

LXD – Gepostet mit freundlicher Genehmigung durch den Künstler

Unser Fazit:

„Paradise“ wartet mit drei exzellent und raffiniert umgesetzten Coverversionen auf, die soundtechnisch von Dani Arrow von Jesters Grace und Grap!, der ebenfalls für den Bass und einige Rhythmus-Gitarren auf dieser EP zuständig war, hervorragend veredelt wurden. Einziges Manko: Es hätten ruhig ein paar mehr Neu-Interpretationen dieser innovativen Güte sein dürfen. Großartig wäre natürlich, wenn Alex Dechert in näherer Zukunft mit einem kompletten Solo-Album aufwarten würde 😉

Die Wertung

➤ Gesamtwertung: 9 von 10 Punkten

Mehr zu LXD im Netz:

Grap! – Die offizielle Website:
https://grap-music.de/

LXD bei Facebook:
https://www.facebook.com/alex.dechert

LXD bei Spotify anhören:
https://open.spotify.com/album/6ayZkG3JmVfa2UNI8bIpkn

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