L.A. Project zünden mit Space Fuzz ein schweres Stoner-Brett voller Groove und Gravitation (Musikplaylist) [ Sonter Rock | Heavy Rock ]

Stoner Rock in seiner puristischen Form, so natürlich und kraftvoll aus den Boxen kommend, dass er den Hörer sofort packt: Das präsentieren L.A. Project mit ihrer neuen vier Titel umfassenden EP „Space Fuzz“. Nachdem die Formation schon mit der Single „Hey Song“ auftrumpfte, biegen L.A. Project diesmal deutlicher in Richtung Wüste, Staub und Verstärkerwand ab, ohne dabei den eigenen Kern preiszugeben. Was hier aus den Lautsprechern drückt, ist keine verkopfte Retro-Übung, sondern schwere Rockmusik mit Bauch, Haltung und ordentlich Schub. „Space Fuzz“ setzt auf Riffgewicht, auf Tiefe im Bass und auf Gitarren, die nicht geschniegelt glänzen wollen, sondern mit jeder Note Druck erzeugen.

Hört hier das Minialbum „Space Fuzz“ von L.A. Project

Riffarbeit statt Retro-Kulisse

Der große Pluspunkt dieser EP ist, dass L.A. Project den Stoner Rock nicht als bloße Stilpose behandeln. „My Faith“ legt im mittleren Tempo los und macht sofort klar, dass hier nicht einfach ein paar schwere Akkorde übereinandergeschichtet werden. Die Bassgitarren sitzen satt im Fundament, die Gitarren greifen kernig und breit aus, während Breaks und fast arpeggienartige Rhythmusfiguren dem Song genau jene innere Bewegung geben, die viele Genre-Kollegen nie erreichen. Das Arrangement ist durchdacht, die Komposition hält Spannung, ohne künstlich an den Haaren herbeigezogen zu wirken. Darüber thront ein Gesang, dessen raue Färbung lose an Dave Grohl erinnert, ohne zur Kopie zu werden. Das passt, weil „My Faith“ eben nicht geschniegelt daherkommt, sondern wie ein Song, der mit Absicht Staub aufwirbelt.

Vier Tracks, kein Leerlauf

Auch „Vision On Space“ funktioniert stark, gerade weil der Song das Tempo drosselt und damit noch mehr Gravitation entwickelt. Die Rhythmussektion arbeitet druckvoll, der Bass bleibt tief und dominant, während Gitarren mit Phaser- und Flange-Färbungen für genau jene leicht entrückte Aura sorgen, die der Titel verspricht. Das ist kein beliebiges Schweben, sondern sauber austariertes Sounddesign. Die Nummer wirkt schwermütig, aber nie müde. Sie zieht den Hörer hinein, statt ihn bloß einzunebeln. Genau darin steckt Qualität: Atmosphäre entsteht hier nicht durch Effektspielerei, sondern durch klug gesetzte Klangfarben und kontrollierte Verdichtung.

Der Vizualizer zu „My Way Space Fuzz“

Druck, Dichte, Dramaturgie

Mit „On My Way“ schiebt die EP dann ihre massigste Soundwand nach vorne. Die Drums drücken progressiv an, das Riffing walzt nicht stumpf, sondern lebt von Wendungen, kleinen Spannungsverschiebungen und einem Gespür für Dynamik. Genau hier zeigen sich L.A. Project als fähige Komponisten, denn trotz aller Schwere bleibt der Song strukturiert und griffig. Zum Schluss setzt „Hate Love Or Not“ auf einen Hauch 70er-Bombast, übersetzt diesen Gestus aber in ein modernes Klangbild. Im Verse nehmen die Gitarren etwas Heaviness zurück, sodass der Bass mehr Raum bekommt. Das schafft Luft, ohne der Nummer Energie zu nehmen. Im Gegenteil: Gerade diese Ruhe vor dem nächsten Schub macht den Song so reizvoll. Unterm Strich ist „Space Fuzz“ eine kurze EP, die keine Sekunde verschenkt. Sie lebt von dichtem Sounddesign, starken Arrangements und einem klaren kompositorischen Plan. Statt Genre-Klischees abzuspulen, liefern L.A. Project ein kompaktes Schwergewicht, das seine Riffs nicht bloß stapelt, sondern organisiert.

Unsere Wertung:

➤ Songwriting: 9 von 10 Punkten
➤ Komposition: 9 von 10 Punkten
➤ Musikalische Fähigkeit: 9 von 10 Punkten
➤ Produktion: 10 von 10 Punkten

➤ Gesamtwertung: 9,25 von 10 Punkten

Unser Fazit

L.A. Project haben mit „Space Fuzz“ keine Revolution aufgenommen, aber genau das macht den Reiz aus. Diese EP will nicht mit überambitioniertem Kunstanspruch glänzen, sondern mit Substanz, Ton und Durchschlagskraft. Die Produktion hält das Material druckvoll zusammen, das Songwriting bleibt fokussiert, und die Musiker verstehen es, Groove, Gewicht und Atmosphäre in ein Verhältnis zu bringen, das auf Albumlänge vielleicht noch mehr Wirkung entfalten könnte. So aber bleibt ein Viertracker, der satt, kompakt und angenehm kompromisslos aus den Boxen drückt. Für Fans von schwerem, riffzentriertem Stoner Rock ist das ein Treffer.

Mehr zu L.A. Project im Netz

L.A. Project auf Instagram:
https://www.instagram.com/l.a.project2021

L.A. Project auf Bandcamp:
https://laproject1.bandcamp.com/

Hören Sie L.A. Project auf Spotify:
https://open.spotify.com/artist/66IKDY2wYiU5MklkpZ8UMf

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