Wenn man das Cover der Single „You’re Golden“ des Indie-Artists Kies sieht, die über Wolf Moon Records ihre Premiere feiert, würde man nie drauf kommen, dass hier kein nebulöser Bedroom-Folk, sondern fantastisch handgemachter Jazz der zeitlos ist und mit Indie kombiniert wird wartet. Das Artwork passt trotzdem wie die Faust aufs Samtkissen: Es weckt Neugier, bevor überhaupt ein Ton fällt – und dann fällt er: ein siechtes Spiel des Klaviers, das nicht auf Effekt, sondern auf Nähe setzt.
Seichtes Klavier, Jazz-Grundierung – und eine Stimme, die hängen bleibt
In diesem Einstieg stellt Kies alles auf „ehrlich“: Die sanfte Stimme von Jakob Dietrich sitzt im Zentrum, ohne sich vorzudrängeln. Jazz-artige Schlagzeug- und Bassgrundierungen treiben das Arrangement voran, während es komplexe, aber nie anstrengende Wendungen nimmt – fließend statt hektisch, eher Strömung als Sprung. Genau hier punktet das Sounddesign: warm, offen, mit Luft zwischen den Spuren; jedes Instrument hat Kontur, ohne dass das Ganze ausfranst. Und dann die Bläser: nicht als Deko, sondern als erzählerische Farbe. Melodiös, kompositorisch überzeugend, handgemachte Kunst – von den ersten bis zu den letzten Takten.
Worum es in „You’re Golden“ geht
Textlich ist „You’re Golden“ eine Nummer der Verbundenheit und der Hinzugezogenheit: ein Zuspruch, der sich wie ein warmer Handschlag anfühlt. Hinter dem goldenen Mantra steckt kein kitschiges Durchhalteposter, sondern das leise Versprechen, dass jemand bleibt – auch wenn Selbstzweifel, Distanz oder der Alltag an Nähe zerren. Dass diese Botschaft nicht platt wirkt, liegt an der Komposition, die Emotion nicht hochzieht, sondern sauber ausbalanciert.
Kies: Von der Straße zur reifen Vision
Kies ist das Solo-Projekt des in New Orleans lebenden deutschen Musikers Jakob Dietrich: Mit 13 als Busker in Europa unterwegs, mit 17 das erste Album „There Was Nothing“ per Crowdfunding (5.000 €) gestemmt, später Festival-Headline vor 1.500 Leuten – plus Shows in Paris und London. Mit „You’re Golden“ startet nun das nächste Kapitel, irgendwo zwischen der emotionalen Transparenz von Bon Iver und der texturalen Neugier von James Blake, gefärbt vom Impro-Geist des Jazz. Debütalbum: geplant für Ende 2026.
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