Phonotom – Freigänger
„Freigänger“ heißt das jetzt veröffentlichte neue Album von Phonotom. Und tatsächlich lässt sich bei der Band eine gewisse Sympathie für Katzen erkennen – das zeigt das Cover, der Titel ‚Katzensong‘ und der Hinweis der Band auf das BGH-Urteil, nach dem Katzen hingehen dürfen, wohin sie wollen. Freigänger halt. Katzenmusik ist es aber nun gar nicht: Das Quintett spielt Pop-Rock mit deutschen Texten und ist viel mehr harmonisch unterwegs. Zum Beispiel mit zwei Sechssaitern plus Drums und Synthi – wie hier, in Liselotte:
Phonotom – Liselotte
Phonotom setzen aber auch auf Kontrabass oder akustische Gitarre und variieren ihren Sound so schon durch die Instrumentierung. Genauso abwechslungsreich sind die Themen, die in den Songs besungen werden, mal klingt es melancholisch, dann voller Freude und eine Spur Humor lässt sich fast immer finden.
Ein weiterer Vielfalts-Charakterpunkt: Die Gruppe vereint fünf Nationalitäten im Line-up – Italien, Litauen, Polen, Schweden und Deutschland mit Domenico (Bass), Justas (Keyboard), Pawel (Gitarre), Björn (Drums) und Kerstin (Gesang). Gerade aus diesen unterschiedlichen Wurzeln entsteht viel Musik. „Wir tauschen uns gerne über kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten aus, auch in der jeweiligen Sprache – Zungenbrecher, Schimpfwörter, Paradoxe, Antonyme. Da geht uns nie der Gesprächsstoff aus,“ erzählt Frontfrau Kerstin.
Das Leben mit Höhen und Tiefen
„Freigänger“ umfasst 13 Songs mit rund 50 Minuten Spielzeit. Die Songs erzählen vom Leben mit allen Höhen und Tiefen, von der Veränderung, die gar nicht immer so sehr gesucht wird (‚Ich will, dass es so bleibt‘) oder von den Dingen, die uns nerven (‚Liselotte‘, s.o.). ‚Frikadelle‘ thematisiert Gefühle von Fremdsein und in ‚Schall und Rauch‘ geht es um Situationen, in denen wir loslassen müssen. Voller Melancholie trifft ‚Unaufgeräumte Köpfe‘ in die Ohren, und geradezu wütend lassen ‚Peter‘ und ‚Kein Grund zum Feiern‘ Dampf ab. Vorsichtige, zerbrechliche Gedanken und Töne steuern ‚Vage Lage‘ und ‚Linien‘ bei und wie schnell sich alles ändern kann, wenn z.B. der Krieg ausbricht, bringt ‚Befehle‘.zum Ausdruck.
Die Songs entstehen ganz unterschiedlich. „Die erste Songskizze für ‚Befehle‘ hatte ich mit Gitarre entworfen. Als ich damit zu Domenico und Björn kam, haben sie dann so ein Brett daraus gemacht. Cool. Ich finde es immer spannend, wie sich ein Song mit kompletter Band entwickelt.“ sagt Kerstin. Songs, Riffs Ideen – kommen genauso auch von Pawel oder Justas. Für den perfekten Sound sorgt dann Norbert Leonhardt (AbsTone Studios). „Norbert ist seit Tag 1 an unserer Seite, kennt uns in- und auswendig und ist im Grunde sechstes Bandmitglied“, schmunzelt Kerstin.
Von Frau für Frauen
80 Prozent der Band sind Männer. Auch wenn Kerstin keinen missen will, sieht sie, dass es für Frauen noch immer schwieriger ist, sich als Musikerin durchzusetzen. Deshalb hat sie einen Song für Frauen geschrieben, „Frau auf Erden“. Hier ist die Cellistin Ruth Rossel dabei. „.Ich denke, Frauen brauchen unbedingt mehr sichtbare Vorbilder, die auch all die Facetten zeigen“, sagt die Sängerin. Die Singleauskopplung hat zudem ein Gemälde des Künstlers Kris Savic erhalten, wodurch der Song auch visuell ganz eigenständig wirkt – durch das Cover.
Fazit
Mit „Freigänger“ haben sich Phonotom selbst das schönste denkbare Geschenk zum zehnten Geburtstag gemacht: Ein rundes, rundum gelungenes Zweitwerk, das sicher nicht nur einmal im Player rotiert!
Veröffentlichungen
Debut-EP: „Lichter“ (2017)
Erstes Album: „Uns gehört die Welt“ (2021)
Nach einigen Vorab-Singles:
Zweites Album: „Freigänger“ (2026)
Mehr zu Phonotom im Netz:
Phonotom-Website:
www.phonotom.de
Bandcamp-Seite:
https://phonotom.bandcamp.com/
Facebook:
www.facebook.com/phonotom
Phonotom bei Insta
https://www.instagram.com/phonotom

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